Der Weg des Holzes ist zwar
mitunter weit. Doch seinen Spuren zu folgen, ist spannend und aufschlussreich,
wie das Hunsrücker Holzmuseum bei seinem ersten "Treffpunkt Holz" in
Weiperath gezeigt hat.
Weiperath. In den Ohren das
Dröhnen der Motorssägen — vor Augen das edle Endprodukt. Beim "Treffpunkt Holz",
der ersten Holzmesse des Hunsrücker Holzmuseums, entfaltet sich die ganze
Vielfalt dieses Werkstoffes. Mehr als 40 Aussteller demonstrieren das vom
Baumstamm über Bretter und Brennholz bis zu Möbeln, Treppen und kompletten
Häusern, Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen.
So führt auf dem Platz hinter dem Museum Stefan Giebel aus Primstal sein
mobiles Sägewerk vor, während neben ihm Motorsägeexperten am Spannungssimulator
die Gefahren des Windwurfs deutlich machen. Um diese schweren Gerätschaften
herum gruppiert sich die gesamte Palette dessen, was der Rohstoff Holz zu bieten
hat.
Ein echter Hingucker ist zum Beispiel die Holzschuhmaschine, die
Maschinenführer Georg Driess früher nicht nur zu Demozwecken bedient hatte. Für
seinen Vater sei das noch Alltag gewesen, erzählt der Mann aus dem pfälzischen
Dahn.
Auch im Mobiliar des Gemeindeforstes Morbach zeigt sich der Werkstoff Holz
noch von seiner rohen, aber behaglichen Seite. Ähnlich wie bei den Zimmerleuten,
die mit einer Palette vom Holzrahmen-Fertighaus bis zum Rundstammhaus aufwarten.
Immer feiner wird es dann bei den Schreinern, die sich mal auf Treppen und
Türen spezialisiert haben, mal auf elegante Designer-Möbel, robuste Küchenzeilen
oder Holzgrabmale. Zu seiner Hochform dreht der Werkstoff Holz aber auch unter
den Händen der Drechsler auf, die Esche und Ulme, Akazie oder Kirschbaum zu
glänzenden Schalen verarbeiten.
Inmitten dieser Vielfalt des Holzes stellt Hannsjörg Pohlmeyer vom
Landesbeirat "Holz" den Besuchern des "Treffpunktes" die Europäische Holzroute
vor. Die "route du bois" wolle über Landesgrenzen hinweg zu Projekten hinführen,
die den Werkstoff Holz präsentierten, erklärt er. Auf den Holzweg zu gehen, sei
demnach eine kluge Entscheidung, versichert er Museumsleiter Michael Pinter.
Bevor die Besucher die Messe erkunden, nimmt Karl-Robert Kuntz,
Geschäftführer des Morbacher Holzwerks, sie mit auf eine Reise in die
traditionsreiche Geschichte der regionalen Sägeindustrie. Zur derzeitigen
Situation spricht er von der "akuten Gefährdung" durch Holzknappheit. Orkan
Kyrill habe den Betrieben jedoch eine gewisse Reaktionszeit verschafft. Laut
Kuntz stellt Holz in Rheinland-Pfalz die drittstärkste Wirtschaftskraft, die
"eine offene und aktive Forstpolitik" einfordere.
Bürgermeister Gregor Eibes dankt dem ehrenamtlichen Museums-Team, das diese
Messe auf die Beine gestellt hat, und den Betrieben, die so selbstverständlich
mitmachen. Für Landrätin Beate Läsch-Weber ist der Treffpunkt ein weiteres
"beispielgebendes Projekt". Dem "Mehrkämpfer" Holz, das künftig noch wichtiger
werde, wünscht sie, "dass es Sieger wird hier im waldreichen Hunsrück".