Seite drucken

Das sagt die Presse

 

Trierischer Volksfreund vom 28. Juni 2007:

 

Alles rund ums Holz

 

Von der Redakteurin Ilse Rosenschild

 

Zum ersten Mal öffnet das Holzmuseum am Wochenende seine Pforten für eine Holzmesse. Mehr als 40 Aussteller zeigen rund ums Gebäude, was mit dem Werkstoff Holz alles möglich ist.

Weiperath. Die Palette der Aussteller bei "Treffpunkt Holz 2007" am Hunsrücker Holzmuseum ist groß. Holzschuhmacher, Korbflechter, Lohehersteller, Drechsler und sogar ein Geigenbauer lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen.

"Aber Holz hat nicht nur unsere Vergangenheit geprägt, Holz spielt auch heute eine große Rolle in der Region", erklärt Annette Eiden-Schuh, neue Vorsitzende des Hunsrückvereins, Ortsgruppe Morbach, und im Vorbereitungsteam tätig.

Deshalb kann sich der Hobbyforstwirt beispielsweise über die neueste Motorsägetechnik informieren. Ein eigens bestelltes Sägegatter schneidet Bretter zu. Und das nicht zum Selbstzweck. "Die Bretter werden künftig eine geplante Halle verkleiden, die das historische Gatter der Emmerichs-Mühle beherbergen soll." Das Gatter ist noch voll funktionstüchtig und soll in den kommenden Jahren eine weitere Attraktion im Museum werden. Von der Schreinerei Klaus Wilbert kommt ein ungewöhnlicher Programmpunkt: Sie bietet Trauerarbeit für Kinder durch das Bemalen eines Holzsarges als Abschiedsritual an.

Am Samstag wird offiziell ein Teilstück der "Europäischen Holzroute" eröffnet, an der auch das Holzmuseum liegt. An dem Tag haben Besucher die Gelegenheit, im Museum verschiedene Fachvorträge zu hören. Die Gäste können auch einen Blick in die aktuelle Sonderausstellung "Schinderhannes und seine Hochwälder Spießgesellen" werfen.

Auch speziell an Familien ist gedacht: Eine Postkutsche macht am Samstag Rundfahrten im Dorf. Am Sonntag können Kinder im Ausstellungszelt Rindenschiffchen und Holzschmuck basteln. Flammkäse und "Gedämpte mit Dipp" sollen den Hunger stillen. Die Museumsgaststube bietet passend zur Ausstellung über den Räuberhauptmann eine "Henkersmahlzeit" an. "Treffpunkt Holz 2007" öffnet am 30. Juni und 1. Juli" von 10 bis 18 Uhr seine Pforten.

 

 

Trierischer Volksfreund vom 01. Juli 2007:

 

Mehrkämpfer im waldreichen Hunsrück

 

Von Ursula Schmieder

 

Der Weg des Holzes ist zwar mitunter weit. Doch seinen Spuren zu folgen, ist spannend und aufschlussreich, wie das Hunsrücker Holzmuseum bei seinem ersten "Treffpunkt Holz" in Weiperath gezeigt hat.

Weiperath. In den Ohren das Dröhnen der Motorssägen — vor Augen das edle Endprodukt. Beim "Treffpunkt Holz", der ersten Holzmesse des Hunsrücker Holzmuseums, entfaltet sich die ganze Vielfalt dieses Werkstoffes. Mehr als 40 Aussteller demonstrieren das vom Baumstamm über Bretter und Brennholz bis zu Möbeln, Treppen und kompletten Häusern, Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen.

So führt auf dem Platz hinter dem Museum Stefan Giebel aus Primstal sein mobiles Sägewerk vor, während neben ihm Motorsägeexperten am Spannungssimulator die Gefahren des Windwurfs deutlich machen. Um diese schweren Gerätschaften herum gruppiert sich die gesamte Palette dessen, was der Rohstoff Holz zu bieten hat.

Ein echter Hingucker ist zum Beispiel die Holzschuhmaschine, die Maschinenführer Georg Driess früher nicht nur zu Demozwecken bedient hatte. Für seinen Vater sei das noch Alltag gewesen, erzählt der Mann aus dem pfälzischen Dahn.

Auch im Mobiliar des Gemeindeforstes Morbach zeigt sich der Werkstoff Holz noch von seiner rohen, aber behaglichen Seite. Ähnlich wie bei den Zimmerleuten, die mit einer Palette vom Holzrahmen-Fertighaus bis zum Rundstammhaus aufwarten.

Immer feiner wird es dann bei den Schreinern, die sich mal auf Treppen und Türen spezialisiert haben, mal auf elegante Designer-Möbel, robuste Küchenzeilen oder Holzgrabmale. Zu seiner Hochform dreht der Werkstoff Holz aber auch unter den Händen der Drechsler auf, die Esche und Ulme, Akazie oder Kirschbaum zu glänzenden Schalen verarbeiten.

Inmitten dieser Vielfalt des Holzes stellt Hannsjörg Pohlmeyer vom Landesbeirat "Holz" den Besuchern des "Treffpunktes" die Europäische Holzroute vor. Die "route du bois" wolle über Landesgrenzen hinweg zu Projekten hinführen, die den Werkstoff Holz präsentierten, erklärt er. Auf den Holzweg zu gehen, sei demnach eine kluge Entscheidung, versichert er Museumsleiter Michael Pinter.

Bevor die Besucher die Messe erkunden, nimmt Karl-Robert Kuntz, Geschäftführer des Morbacher Holzwerks, sie mit auf eine Reise in die traditionsreiche Geschichte der regionalen Sägeindustrie. Zur derzeitigen Situation spricht er von der "akuten Gefährdung" durch Holzknappheit. Orkan Kyrill habe den Betrieben jedoch eine gewisse Reaktionszeit verschafft. Laut Kuntz stellt Holz in Rheinland-Pfalz die drittstärkste Wirtschaftskraft, die "eine offene und aktive Forstpolitik" einfordere.

Bürgermeister Gregor Eibes dankt dem ehrenamtlichen Museums-Team, das diese Messe auf die Beine gestellt hat, und den Betrieben, die so selbstverständlich mitmachen. Für Landrätin Beate Läsch-Weber ist der Treffpunkt ein weiteres "beispielgebendes Projekt". Dem "Mehrkämpfer" Holz, das künftig noch wichtiger werde, wünscht sie, "dass es Sieger wird hier im waldreichen Hunsrück".

 

 

Seite drucken      |      zurück zur Homepage

Startseite  |  Aktuelles  |  Sitemap  |  Weblinks  |  Impressum

Druckansicht